Corona: Das erste Mal im Leben ein Schwimmbad besucht

Mein jüngster Sohn ist gerade einmal 11 Monate alt. Heute war sein erster Besuch in einem Schwimmbad. Doch es war nicht das Wasser was ihn faszinierte oder überforderte.

In Kürze wird er seinen allerersten Geburtstag feiern. Ein wirklich großes Ereignis auf das sich alle sehr freuen. Besonders, weil er gesund ist und seine Eltern wirklich stolz auf ihn sind. Schon vor seiner ersten „hoffentlich“ großen Party hat er nun die Welt von einer ganz neuen Seite gesehen.

Seit gut einer Woche ist es bei uns aufgrund einer Inzidenz von 15 wieder möglich ins Schwimmbad zu gehen. Diese Gelegenheit wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und hatten nach nur wenigen Tagen einen Termin im örtlichen Freibad erhalten. Dort dürfen nämlich trotz der niedrigen Inzidenz nur etwa 450 Leute pro Slot (es gibt 3) das schöne Wetter genießen.

Unsere gebuchte Zeit war von 16-20 Uhr und wir wollten natürlich zeitnah dort sein. Nachdem wir bis etwa 16:30 Uhr in der Schlange gewartet hatten, konnte es endlich losgehen. Die Maske durften wir nach dem bezahlen glücklicherweise abnehmen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, ob man einen Liegeplatz zugewiesen bekommt oder sich einfach irgendwo hinlegen kann. Umso überraschter waren wir, als wir feststellten, dass sich jeder hinlegen kann wo er will.

Das Schwimmbadgelände ist riesig. Obwohl knapp 450 Gäste registriert waren, sah es ziemlich leer aus. Das lag wohl daran, dass die Besucher so nah wie möglich an den Becken liegen wollten wodurch natürlich über 70% der Gesamtfläche nicht belegt war. Und dann bekamen wir den Eindruck, dass sich fast alle im Wasser befanden. Schließlich wollte man ja zum Baden ins Schwimmbad und nicht zum rumliegen.

Erst da wurde uns bewusst, dass Corona hier wohl eher eine untergeordnete Rolle spielt, wenn das Wasser voller Menschen ist die glücklich plantschen und schreien. Auf der Wiese hätten locker nochmal 450 Menschen platz gehabt – worüber sich der Betreiber sicherlich gefreut hätte. Aber nein, es soll aufgrund der Maßnahmen und trotz extrem niedriger Inzidenz offensichtlich den Eindruck machen, dass wir uns vor Infektionen schützen müssen. Danke Bundesregierung!

Am Babybecken angekommen haben wir den kleinen Mann natürlich sofort startklar für das Wasser gemacht. Zu Hause in der Badewanne war er immer so aufgedreht und glücklich – wie wird es dann wohl im Schwimmbad für ihn sein?

Also gingen wir mit ihm uns Wasser und setzten ihn hin. Doch anstatt mit dem Wasser zu spielen, saß er nur dort und schaute ganz erstaunt die anderen Leute an. Was war los? Hatte er Angst? So voll war es im Babybecken nämlich nicht.

Wenn er schon sprechen könnte hätte er uns bestimmt gesagt das es an den Gesichtern liegt. Die Gesichtsausdrücke, die Gespräche, das Lachen der anderen. Denn diese banalen Dinge kannte er nicht. In der Öffentlichkeit hatte er bisher nur Menschen mit Masken gesehen. Für ein Baby müsste dies doch ein Schock gewesen sein, oder?

Wir dachten das wird sich nach einer gewissen Zeit schon ändern. Doch es blieb so! Er saß nur dort und schaute verdutzt auf die anderen Schwimmbadbesucher.

Was für uns total normal „war“, ist für unseren Sohn eine wahre Herausforderung.

 

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